Frisst die grosse Kryptorevolution ihre eigenen Kinder?

19. Dezember 2018

Der Crash von Bitcoin und Konsorten bringt viele Unternehmen in Bedrängnis. Plötzlich ist das Kapital weg, und die Rechnungen lassen sich nicht mehr bezahlen. Aber mindestens ein Kryptoplatz stemmt sich gegen den Abwärtstrend.

In der Kryptowelt werden Stellen momentan gestrichen, so weit das Auge reicht. Beim US-Unternehmen für Blockchain-Softwaretechnologie «Consensys» – 13 Prozent. Beim Schweizer Ethereum-basierten Chatportal «Status» – 25 Prozent. Bei der amerikanischen blockchainbasierten Adult-Entertainment-Plattform «Spankchain» – 60 Prozent. Beim deutschen ebenfalls blockchainbasierten sozialen Netzwerk «Steemit» – satte 70 Prozent.

Crash schmelzt das Kapital

Da die Firmen ihr Kapital allesamt via Initial Coin Offerings (ICO) sammelten, haben sie jetzt beim Crash der Kryptowährungen (Ethereum ging seit August um eindrucksvolle 80 Prozent zurück) besonders schlechte Karten und müssen daher Personal abbauen. Nur so haben sie eine Chance, weiter zu bestehen.

So düster es bei diesen Unternehmen dieser Tage zuzugehen mag, überall scheint die Sonne noch nicht untergegangen zu sein.

Wider den Abwärtstrend

Das Zuger Beratungsunternehmen Inacta hat die Schweizer Beschäftigungszahlen in Kryptounternehmen exklusiv für finews.ch zusammengetragen, und diese Zahlen können sich sehen lassen: So sind in der Schweiz und in Liechtenstein zurzeit 3'262 Personen in 750 Unternehmen angestellt.

Das sind ganze 262 Personen und 121 Unternehmen mehr als Ende September dieses Jahres. Bemerkenswert, schaut man den Kursverlauf einer jeden Kryptowährung in den vergangenen Monaten an. Von den 750 Unternehmen sind übrigens 368 in Zug angesiedelt, dem selbsternannten «Crypto Valley» der Schweiz.

Froh um den Sturm

Ganz allen scheint es also nicht so schlecht zu gehen. Die Frage bleibt, ob der Crash ein reinigendes Gewitter ist, das die faulen Äpfel vom Baum fegt, oder aber ein Vorbote für den bevorstehenden Untergang der Kryptowährungen – sozusagen die Kernschmelze. 

Fragt man Angehörige der Zuger Kryptoszene, tendieren diese logischerweise eher zu ersterem. Es sei nicht schlecht, dass jetzt endlich unter den Startups aufgeräumt werde. Die Zeiten, in denen Krypto-Millionäre in jedes noch so sinnfreie Projekt investierten, sei zum Glück nun vorbei. 

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